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Vorsicht Gehaltsverzicht

Worauf GmbH-Geschäftsführer achten sollten

Gerät die GmbH in eine wirtschaftlich schwierige Lage, denken viele geschäftsführende Gesellschafter daran, auf einen Teil des eigenen Gehaltes zu verzichten, um der Gesellschaft vorübergehend aus der Klemme zu helfen. Rein betriebswirtschaftlich mag ein Gehaltsverzicht des GmbH-Geschäftsführers zwar sinnvoll sein, allerdings spielt das Finanzamt nicht immer mit. Zahlen Sie sich als Geschäftsführer nicht das volle Gehalt aus, geht das Finanzamt gerne von einer fiktiven Gehaltszahlung aus und fordert dafür die Lohnsteuer. Damit der Gehaltsverzicht auch wirklich bei der GmbH und nicht beim Fiskus landet, sind folgende Aspekte zu berücksichtigen.

Umfang des Gehaltsverzichts

Als Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH können Sie natürlich auf einen Teil Ihres Gehaltes verzichten. In welchem Umfang Sie jedoch verzichten können, ist ebenso schwierig zu beantworten wie die Frage nach der Angemessenheit des Geschäftsführergehalts. Am Ende muss das Gehalt immer angemessen und ein Äquivalent für die geleistete Arbeit sein. Ein kompletter Gehaltsverzicht scheidet daher aus, zumal er auch die arbeitsvertraglichen Regelungen insgesamt in Frage stellt. Zudem würde ein angestellter Geschäftsführer, der nicht Gesellschafter ist, eine derartige Regelung niemals akzeptieren. Beim Gehaltsverzicht gehen Sie am besten schrittweise vor. Im ersten Schritt verzichten Sie auf sämtliche  Sonderzahlungen und Boni. Reicht das nicht aus, senken Sie im zweiten Schritt Ihr Gehalt. Dabei können Sie sich an den Gehältern Ihrer Führungskräfte orientieren. Dokumentieren Sie per Gesellschafterbeschluss, dass Sie auf einen Teil Ihres Gehaltes verzichten. Ansonsten liegt eine Nichtdurchführung der Gehaltsvereinbarung vor, was zu einer verdeckten Gewinnausschüttung führt.

Zeitpunkt des Zuflusses

Wichtig im Zusammenhang mit dem Gehaltsverzicht ist der Zeitpunkt des Zuflusses. Achtung: ein beherrschender Gesellschafter-Geschäftsführer kann nicht auf Gehalt verzichten, das ihm bereits zugeflossen ist oder sogar nur fiktiv als zugeflossen gilt, da er als beherrschender Gesellschafter bestimmen kann, wann er sich geschuldete Beträge auszahlen lässt, auf die er eindeutig einen Anspruch hat. Das Finanzamt deklariert die nicht ausgezahlten Gehälter als verdeckte Gewinnausschüttung und fordert Lohnsteuer. Steht aber zum Beispiel in Ihrem Vertrag, dass Sie erst zum Ende des Jahres einen Anspruch auf Tantieme haben, können Sie darauf noch im Laufe des Jahres verzichten.

Besserungsklausel

In der Regel wird beim Gehaltsverzicht eine Besserungsklausel vereinbart. Dann erhält der Geschäftsführer den verzichteten Gehaltsbetrag zu einem späteren Zeitpunkt, wenn es der GmbH wieder besser geht. Damit die Besserungsklausel steuerlich anerkannt wird, sollte sie detailliert festlegen, wann genau der Besserungsfall eintritt (z. B. Definition von Gewinnzielen) und wie und wann die späteren Nachzahlungen fließen sollen (Höhe und Laufzeit der Nachzahlung). Fehlen klare Vereinbarungen oder erkennt das Finanzamt die Besserungsklausel nicht an, gelten spätere Nachzahlungen schnell als verdeckte Gewinnausschüttung.

Gesellschafter-Geschäftsführergehalt in der Krise

GmbH-Gesellschafter-Geschäftsführer können dazu verpflichtet sein, in einer andauernden Krise (länger als 2 Jahre) oder substanziellen Krise (z. B. bei drohender Zahlungsunfähigkeit) selbst auf eine Herabsetzung ihrer Bezüge hinzuwirken. Die Nichtbeachtung dieser Pflicht kann dazu führen, dass sich der Geschäftsführer mit Schadensersatzleistungen konfrontiert sieht.  

Prüfen Sie in Krisensituationen regelmäßig die Höhe Ihrer Vergütung sowie die finanzielle Situation der GmbH.

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