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Plötzlich ein Künstler

Steuerrecht aktuell

Im Rahmen der Prüfungen zur Künstlersozialkasse kann es zu Überraschungen kommen, wenn der Prüfer die Gehaltszahlungen der GmbH an seinen Gesellschafter-Geschäftsführer der Künstlersozialabgabe unterwirft. Dazu kann es kommen, wenn der Geschäftsführer der „kreative Kopf“ im Unternehmen ist. Die Künstlersozialkasse unterstellt dann, dass der Geschäftsführer überwiegend kreativ oder publizistisch für die Gesellschaft tätig ist.

Ansonsten gilt für die Künstlersozialversicherung: wer eine künstlerische oder publizistische Leistung durch einen Unternehmer in Anspruch nimmt, muss dafür Abgaben zur Künstlersozialkasse zahlen. „Künstler“ im Sinne des KSVG ist, wer Musik, bildende Kunst oder darstellende Kunst schafft, ausübt oder lehrt. Hierzu zählen auch selbstständige Designer oder Fotografen. „Publizist“ im Sinne des KSVG ist, wer als Schriftsteller, Journalist oder in ähnlicher Weise publizistisch tätig ist oder Publizistik lehrt, z.B. auch als Werbetexter oder technischer Redakteur. Nicht abgabepflichtig sind Zahlungen an juristische Personen – zum Beispiel an eine GmbH. Im Jahr 2017 beträgt der Beitrag zur Künstlersozialversicherung 4,8 %, im Jahr 2018 sinkt der Beitragssatz auf 4,2 %.

Kassen-Nachschau kommt ab 2018

Die Steuerkontrollen werden im Bereich der digitalen Grundaufzeichnungen verstärkt. Ähnlich wie bei der Lohnsteuer und der Umsatzsteuer gibt es ab 2018 eine Kassen-Nachschau. Geprüft werden computergestützte Kassensysteme, Registrierkassen und offene Ladenkassen. Die Prüfung erfolgt unangekündigt in den Geschäftsräumen des Steuerpflichtigen während der normalen Öffnungs- oder Arbeitszeiten. Dem Prüfer sind alle Aufzeichnungen, Bücher und kassenrelevanten Unterlagen vorzulegen. Elektronische Daten sind über eine Schnittstelle oder auf einem digitalen Datenträger zu übermitteln. Bei der Kassen-Nachschau handelt es sich nicht um eine Außenprüfung. Werden jedoch Mängel festgestellt, kann in eine Außenprüfung übergegangen werden.  

Schwelle für geringwertige Wirtschaftsgüter steigt auf 800 Euro 

Ab dem Jahr 2018 steigt die Schwelle für geringwertige Wirtschaftsgüter von derzeit 410 Euro auf 800 Euro an. Damit können Wirtschaftsgüter, deren Anschaffungs- oder Herstellungskosten den Wert von 800 Euro nicht übersteigen, sofort abgeschrieben werden. Durch die Anhebung des Schwellenwertes möchte die Bundesregierung vor allem mittelständische Betriebe und Handwerksunternehmen entlasten, da durch die sofortige Abschreibung Steuern gespart und Liquiditätseffekte erzielt werden. Das Einkommenssteuergesetz bezeichnet als geringwertige Wirtschaftsgüter solche Wirtschaftsgüter, die selbstständig zu nutzen, abnutzbar und dem Anlagevermögen zuzuordnen sind (z.B. Tische, Stühle, Handys). Bei der Grenze von 800 Euro handelt es sich um den Nettowert.

Bislang können Unternehmen für Wertgegenstände zwischen 150 und 1.000 Euro einen Sammelposten bilden und diesen im Jahr der Anschaffung und in den vier Folgejahren abschreiben. Die untere Grenze wird von 150 auf 250 Euro angehoben.

Bitte beachten Sie, dass die Wahl der Abschreibung für alle in einem Wirtschaftsjahr angeschafften Güter gilt und nur einheitlich erfolgen kann.

Übersicht

 

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