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Gesetzliche Erbfolge

Ohne Testament gehen Sie ins Risiko

2017 gab es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 110.000 steuerpflichtige Erbschaften in Deutschland im Gesamtwert von 232 Mrd. Euro. Diese Werte dürften in den nächsten Jahren deutlich ansteigen. Gerade für Unternehmerinnen und Unternehmer mit Betriebs- und Privatvermögen ist es daher wichtig, sich frühzeitig mit dem Erbrecht auseinanderzusetzen undmaßgeschneiderte Lösungen zu finden. Zentral ist dabei ein wirksames Testament. Ansonsten tritt die gesetzliche Erbfolge ein, die relativ häufig nicht den Interessen des Erblassers entspricht.

Die Erbenordnung

Bei der gesetzlichen Erbfolge werden die potenziellen Erben nach einer genauen Ordnung bestimmt. Dabei geht es um das verwandtschaftliche Verhältnis zum Erblasser, das sich aus der Abstammung herleitet. Für Ehegatten und eingetragene Lebenspartner gibt es ebenfalls ein gesetzliches Erbrecht. Verwandt ist derjenige mit dem Erblasser, der von ihm selbst abstammt (Kind, Enkelkind, Urenkel etc.) oder von derselben dritten Person stammt (Eltern, Großeltern, Geschwister, Tante, Nichte etc.). Die Erben werden je nach Entfernung zum Erblasser in verschiedene Rangordnungen eingeteilt.

  • 1. Ordnung: leibliche (eheliche und nichteheliche) und adoptierte Kinder des Verstorbenen, zusätzlich tritt hier das gesetzliche Erbrecht des Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartners ein.
  • 2. Ordnung: Eltern und deren Abkömmlinge (Vater, Mutter, Geschwister, Nichten, Neffen, Großnichten, Großneffen etc.);
  • 3. Ordnung: Großeltern des Verstorbenen und deren Abkömmlinge (Großvater, Großmutter, Tante, Onkel, Cousin, Cousine);
  • 4. Ordnung und weitere: Urgroßeltern des Erblassers (Urgroßvater, Urgroßmutter, Großonkel, Großtante, etc.).

Verteilung des Erbes

Die gesetzliche Erbfolge regelt, dass die niedrigere Ordnung Vorrang hat vor der nächsthöheren. Das bedeutet, dass ein einziger Erbe der 1. Ordnung alle theoretischen Erben der 2., 3. oder 4. Ordnung ausschließt. Hinterlässt beispielsweise der Verstorbene einen Sohn und drei Enkel, so erbt sein Sohn alles und die Enkel gehen leer aus. Eine Ausnahme bildet wiederum das gesetzliche Erbrecht des Ehegatten/eingetragenen Lebenspartners. Die Verteilung des Erbes erfolgt in den einzelnen Ordnungen unterschiedlich:

  • In der 1. Ordnung bilden die Erben einen Stamm. Hinterlässt der Verstorbene  beispielsweise drei Kinder, bilden diese drei Stämme, die jeweils zu gleichen Teilen erben. Ist eines dieser Kinder bereits verstorben, so rücken dessen Kinder auf den Erbteil nach und teilen sich ein Drittel.
  • In der 2. und 3. Ordnung gilt das sog. „Erbrecht nach Linie“. Eltern und Großeltern erben vorrangig und schließen Bruder und Schwester oder Tante und Onkel aus.
  • Erben der 4. Ordnung treten selten auf. Häufig werden gar keine Erben gefunden. Sollte doch noch entfernte Verwandtschaft vorhanden sein, erben die Abkommen mit dem nächsten Verwandtschaftsgrad.

Ist trotz Nachforschungen kein Erbe zu finden, kann der Fiskus erben.

Übersicht

 

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